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Im angelsächsischen Bereich bestehen die schriftlichen Arbeiten der Undergraduate-Studenten in der Hauptsache aus Essays und ersetzen somit die an deutschen Hochschulen üblichen Referate und Hausarbeiten.
Selbst dort scheint aber nicht klar zu sein, welche Eigenschaften für einen Essay grundlegend sind.
Lediglich der grobe Rahmen scheint gesteckt werden zu können, während sich die literarische Gattung des Essays sämtlichen strikten Definitionsversuchen zu entziehen vermag. Ein Essay wird teils als literarische, teils als journalistische Arbeitsform angesehen, irgendwo zwischen wissenschaftlicher Abhandlung, philosophischer Betrachtung und feuilletonistischer Beschreibung ist ihr Ort zu finden.
Dennoch gibt es auch Stimmen, die den Essay stärker - oder überhaupt erst einmal - in den Lehrbetrieb deutscher Hochschulen integrieren wollen. Mit Hilfe des Essays sollen, so die Vorstellung, statt Wissensvermittlung durch Referate die wissenschaftliche Diskussion im Rahmen eines Seminars angeregt und eingeübt werden.
Generell gilt ein Essay als Form der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Thema, das heißt, es handelt sich um eine kritische Reflexion auf stark begrenztem Raum, die zudem noch in einer recht kurzen Zeit zu erstellen ist. Das wirkt sich auch auf den Stil aus, der lebendiger und "literarischer" sein darf als in Hausarbeiten. Dass die verwendeten Textgrundlagen genau gelesen und Exzerpte angefertigt und geordnet werden, ist klar. Die Argumentationslinie sollte schon vor Beginn des Schreibens vorhanden sein, dennoch sollte man sich die Möglichkeit offenhalten, während des Schreibens selbst neue Gedanken zu entwickeln und einzubauen. Der Aufbau eines Essays folgt allgemein dem klassischen Einleitung-Hauptteil-Schluss-Schema.
Die Einleitung macht mit dem Thema vertraut, der Hauptteil enthält die Thesen und Beispiele, der Schluss fasst sie noch einmal pointiert zusammen.
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