|
Auch beim Thema Berufskolleg verhindert die Kultushoheit der deutschen Bundesländer mit ihren daraus folgenden verschiedenen Ausformungen der Bildungsinstitutionen generelle Aussagen. Nicht in allen Bundesländern existieren Berufskollegs, teilweise werden bestimmte Berufsschulen mit dieser Bezeichnung versehen. Es gibt weiterhin Berufskollegs, die sich in privater Trägerschaft befinden und sich als Einrichtungen des zweiten Bildungsweges an Personen mit Realschulabschluss und Berufsausbildung wenden.
In Nordrhein-Westfalen wird unter einem Berufskolleg eine "Bündelschule" verstanden. Mit diesem Ausdruck ist schon klargestellt, dass verschiedene Bildungsgänge unter einem Dach vereint angeboten werden: Fachklassen des Dualen Systems im Rahmen der Berufsschule; Bildungsgänge, die berufliche Grundbildung in bestimmten Bereichen bieten und zur Fachoberschulreife (Abschluss Sekundarstufe I.) führen (beispielsweise die zweijährige Handelsschule); Bildungsgänge, die zu einem Berufsabschluss und zur Fachhochschulreife führen und schließlich Bildungsgänge, die in bestimmten Berufsfeldern Kenntnisse vermitteln und zur allgemeinen Hochschulreife führen.
Auch in Baden-Württemberg kann an Berufskollegs die Fachhochschulreife erworben werden. Die Kollegs sind nach Fachrichtungen getrennt, es gibt die gewerblich-technischen Berufskollegs, die kaufmännischen, die hauswirtschaftlichen, pflegerischen und sozialpädagogischen Berufskollegs und spezielle Berufskollegs zum Erwerb der Fachhochschulreife.
In Bayern wurden die Fachoberschule und die Berufsoberschule zur Beruflichen Oberschule Bayern zusammengefasst, die in etwa dem Berufskolleg entspricht. Hier können die Schüler, abhängig von der Vorbildung in ein, zwei oder drei Jahren die Fachhochschulreife (als Fachabitur bezeichnet), die fachgebundene oder die allgemeine Hochschulreife erwerben.
|