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Montag, 29 Oktober, 2018

Das Durchschnittsalter von MBA-Studenten pendelt seit Jahren bei ca. 28, teilweise etwas darunter und teilweise etwas darüber. Denn die meisten Studierenden schließen ihr Studium ab, arbeiten dann für drei bis fünf Jahre und kehren an die Uni zurück. Doch der Trend wandelt sich: die Studierenden werden älter!

Immer mehr ältere Studierende

Das liegt an mehreren Faktoren: zum Einen werden Karrieren länger. Fachkräftemangel und Änderungen bei den Renten sorgen dafür, dass Arbeitnehmer länger in Beschäftigungsverhältnissen bleiben und später in Rente gehen. Dazu kommt ein Wandel in der Art der Karrieren: mehrere verschiedene Karrieren werde immer normaler, ein geradliniger Karriereweg seltener. Dadurch interessieren sich auch Menschen in höherem Alter noch für Fortbildungen und wollen ihre Fähigkeiten ausbauen.

Karriere mit 50 noch nicht zu Ende

Durch die längere Arbeitszeit ist darüber hinaus die Karriereleiter nicht mit 50 zu Ende. Auch bei Chefs und in Personalabteilungen ändert sich langsam die Einstellung zu älteren Mitarbeitern und die Erfahrung wird stärker geschätzt. So streben manche Mitarbeiter eben nicht nur in jungen Jahren, mit 20 oder 30, nach erfolgreichen Karrieren, sondern auch mit 40 und 50 wird noch an Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten gearbeitet, um die Traumstelle im Management oder der Firmenleitung zu erreichen.

Lebenserfahrung manchmal wichtiger als Enthusiasmus

Auch wenn man mit über 50 oft doppelt so alt ist wie die meisten Mitstudierenden, kann die Lebenserfahrung eine Bereicherung für beide Seiten sein. Denn im Klassenzimmer bringen junge Studierende neue Ansichten und Enthusiasmus mit, während ältere Studierende von ihrer Berufserfahrung zehren und dadurch realistische Einschätzungen vornehmen können.

Entgegenkommen von beiden Seiten nötig

Damit ein MBA auch in höherem Alter gelingt, muss allerdings von beiden Seiten, den jüngeren und den älteren, eine gewisse Offenheit mitgebracht werden. Das bedeutet, dass die Unterschiede als wertvoll geschätzt werden sollten. Auf seinen Positionen beharren, ist wenig wertvoll. Aber wenn der junge Kollege schnell und optimistisch denkt, kann der ältere Kollege davon profitieren und seine Risikobereitschaft und gewohnten Annahmen kritisch überprüfen. Gleichzeitig hat man durch mehr Lebenserfahrung „street smarts“: Situationen können oft schneller und besser eingeschätzt werden, persönliche Entwicklung und eine Art Mentoring für junge Mitstudierende sind dann die Folge.