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EMBA - Was ist das?

Der Executive MBA oder EMBA ist eine Sonderform des berufsbegleitenden MBA- Studiums. Er richtet sich an „executive level“- Studenten, also solche mit erheblicher Berufserfahrung die bereits in Führungspositionen arbeiten.

Der Unterricht beim Executive MBA findet normalerweise ähnlich wie beim Wochenend- MBA in Blöcken bzw. ganztags Freitag und Samstag statt. Damit wird es den Studierenden ermöglicht, weiterhin beruflich voll eingebunden zu sein und auch Geschäftsreisen wie gewohnt wahrzunehmen. Ein Karriereknick ist damit nicht zu erwarten.

Anpassungsfähiges Studium- mindestens 2 Jahre lang

Durch die Teilzeit- Struktur des Studiums kann ein EMBA, genau wie andere berufsbegleitende MBA-Programme, individuell an die Lebensumstände und berufliche Situation der Studierenden angepasst werden. Die Studiendauer verändert sich also entsprechend dem, wie viel Zeit die Studenten investieren können.

Bis zum Abschluss sollte man mit mindestens zwei bis drei Jahren rechnen, aber auch sechs bis sieben Jahre sind keine Seltenheit.

Reduzierte Freizeit

Darüber hinaus sollte man sich von Anfang an bewusst machen, dass ein EMBA noch mehr als bei anderen Teilzeitprogrammen viel Disziplin und Selbstmotivation erfordert. Denn meist ist man in einer Führungsposition beruflich schon stark gefordert.

Die Anforderungen des Studiums reduzieren dann die Freizeit und das Privatleben für längere Zeit auf ein Minimum. Gleichzeitig zeigt der Abschluss aber auch Durchhaltevermögen, gute Organisation und Initiative- und verbessern so im Anschluss die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Weitere Informationen zum berufsbegleitenden Studium finden Sie auch in unserer Rubrik „Berufsbegleitender MBA“.

MBA oder EMBA?

Sie fragen sich, ob Sie sich für einen normalen MBA oder einen EMBA entscheiden sollen? Folgende Kriterien sollten Sie bei Ihrer Auswahl beachten:

Berufserfahrung

Ein EMBA wendet sich an Studenten mit erheblicher Berufserfahrung. Laut den Guidelines der Akkreditierungsagenturen sollten MBA- Studenten zwei bis drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Bewerber für einen EMBA sollten dagegen mindestens sieben Jahre Erfahrung haben.

Oft ist es ebenfalls eine Zulassungsvoraussetzung, dass die Kandidaten einige Jahre in einer Führungsposition verbracht haben. So sind typische Kandidaten für EMBA-Programme Abteilungsleiter, Geschäftsführer und Manager mit Budgetverantwortung.

Alter

Durch das erhebliche Mehr an Erfahrung steigt auch der Altersdurchschnitt. Während MBA-Studenten in Vollzeitstudien im Schnitt zwischen 25 und 30 Jahre alt und in Teilzeitstudiengängen knapp über 30 Jahre alt sind, sind EMBA-Studenten knapp 10 Jahre älter. Studierende auch über 40 sind also keine Seltenheit.

Inhalte

Da die Teilnehmer an EMBA-Programmen bereits in leitenden Positionen sind, ändert sich auch der Inhalt des Studiums. Während im MBA-Studium Fähigkeiten für Führungskräfte vermittelt werden, stehen bei EMBA-Teilnehmern Fähigkeiten wie interkulturelle Kompetenzen und die Erweiterung der Karriereperspektiven sowie der Ausbau des Netzwerks hoch im Kurs.

Darüber hinaus finden EMBA-Programme oft in kleineren Gruppen und mit einer höheren Internationalisierung als beim klassischen MBA statt. Das bedeutet, dass sowohl Teilnehmer aus verschiedenen Ländern gemeinsam studieren und dass sie zusätzlich global denken.

Auch die Betreuung ist intensiver als bei klassischen MBA- Studiengängen. Die Zahl der Dozenten und Tutoren ist teilweise fast so hoch wie die Zahl der Teilnehmer. Darüber hinaus werden ganze Kurse manchmal zielgenau auf die Teilnehmer, ihre Branchen und Erfahrungen zugeschnitten. Das hat seinen Preis: EMBA-Programme sind oft erheblich teurer als normale MBA-Programme.

Arbeitgeber: Unterstützung notwendig!

Auch wenn die Universitäten nicht auf die Unterstützung durch den Arbeitgeber bestehen, ist es doch sinnvoll, sich für den Executive MBA die volle Unterstützung des Arbeitgebers zu sichern.

Förderung von Spitzenkräften

Im Ausland ist es üblich, dass Unternehmen so die Fortbildung ihrer besten Mitarbeiter sichern und sie damit langfristig binden. In vielen Fällen übernehmen die Arbeitgeber die erheblichen Kosten für das Studium und stellen die Mitarbeiter für die Unterrichtszeit und teilweise für Lernphasen frei.

Arbeitnehmerbindung

Im Gegenzug verpflichten sich die Mitarbeiter, nach Abschluss des EMBA für mindestens 2 bis 4 Jahre im Unternehmen zu bleiben. Auch wenn mit dem Abschluss meist kein garantierter Aufstieg festgeschrieben wird, führt der MBA nicht selten zu einer Beförderung.

In Deutschland holt der Arbeitsmarkt erst langsam auf. Generell ist der MBA noch nicht so weit verbreitet wie im Ursprungsland des MBA, den USA. Seit der Bologna- Reform hat der Abschluss des MBA in Europa deutlich an Popularität und Anerkennung bei Arbeitgebern gewonnen.

Deutsche Arbeitgeber fördern die Weiterbildung und auch postgraduale Studien ihrer Mitarbeiter immer stärker und so steigt auch die Zahl der EMBA- Anbieter sowie Studierenden. Es kann sich also lohnen, sich die Unterstützung des Arbeitgebers vertraglich zu sichern.

Anbieter: EMBA ist nicht gleich EMBA

Wenn Sie sich für einen EMBA entschieden haben, lohnt es sich, bei den Anbietern genau hinzuschauen. Denn neben den hier beschriebenen Angeboten für Executives, die sich an erfahrene Führungskräfte wenden, wird der Begriff EMBA teilweise auch synonym für Teilzeitstudiengänge verwendet.

In dem Fall wird von den Bewerbern deutlich weniger Berufserfahrung verlangt, was den Charakter des Studiengangs nachhaltig beeinflusst.

Darüber hinaus gibt es Anbieter, die mit dem Begriff schlicht Teilnehmer werben wollen und auch Berufsanfänger für einen EMBA zulassen. In der Schweiz sind Anbieter von weiterführenden Ausbildungen sogar per Gesetz gezwungen, ihre Angebote „Executive MBA“ zu nennen.

Sie sollten also genau hinschauen, an welche Zielgruppe und in welchem Alter sich ein Executive MBA- Programm wendet.

Rankings

Weltweit

Für EMBA- Programme haben fast alle großen Ranking- Anbieter ebenfalls eine Bestenliste erstellt. Während Bloomberg Business zwischen amerikanischen und internationalen Universitäten trennt, sind die Rankings von Economist und Financial Times global.

Wie auch bei den Vollzeitprogrammen unterscheiden sich die Rankings stark in den Methoden. In den Rankings gibt es deshalb- im Gegensatz zu den Vollzeit- MBA- Programmen- große Unterschiede.

So sieht der Economist die IE Business School in Spanien vor der Oxford Said Business School in Großbritannien. Auf Platz 3 liegt die Kellogg Business School der Northwestern University in den USA. Allerdings wird auch betont, dass die Unterschiede zwischen Platz 1 und 2 verschwindend gering ist.

Zwischen den Hochschulen von Platz 3 bis Platz 20 sind die Unterschiede ebenfalls kaum auszumachen. Der Economist legte besonderen Wert auf die persönliche Entwicklung und die Karriereentwicklung der Absolventen.

Die Financial Times sieht das Programm das von HEC Paris, London School of Economics und Stern Business School der NYU gemeinsam angeboten wird auf dem ersten Platz. Oxford findet sich bei der FT erst auf Platz 21. Auf Platz 2 liegt das EMBA Programm der Kellogg Business School in Zusammenarbeit mit der HKUST Business School in China. Der dritte Platz geht an die Tsinghua University China in Zusammenarbeit mit der INSEAD in Frankreich. Die Financial Times stützt sein Ranking auf Umfragedaten, die von Absolventen und den Hochschulen selbst erhoben werden.

Im Internationalen Ranking von Bloomberg Business liegt die IE Business School in Spanien vor der INSEAD in Frankreich und der IMD in der Schweiz. Oxford findet sich hier auf Platz 5. Allerdings wird für das EMBA- Ranking lediglich die Liste der MBA- Programme speziell gefiltert und dadurch sind lediglich sieben Programme gelistet.

Deutschland

In den Rankings sind auch deutsche Universitäten vertreten. Im Ranking des Economist finden sich die folgenden Programme:

  • 8. ESMT Berlin
  • 26. ESSEC/ Mannheim
  • 52. HHL Leipzig

Im Ranking der Financial Times finden sich folgende Programme:

  • 13. ESCP Europe
  • 22. Kellogg/ WHU Beisheim
  • 30. ESMT Berlin
  • 50. ESSEC/ Mannheim
  • 81. HHL Leipzig

Im Ranking von Bloomberg Business findet sich kein deutsches Programm.

Allerdings gilt auch bei den Rankings der EMBA- Programme, dass die Platzierungen durchaus mit Vorsicht zu genießen sind. Eine Listung in den Rankings zeigt zwar auf jeden Fall, dass die Programme international anerkannte Qualität liefern, die Platzierung selbst sollte aber nicht überbewertet werden.

Die unterschiedlichen Methoden und Schwerpunkte führen dazu, dass Programme mit geringen inhaltlichen Unterschieden stark abweichende Platzierungen erhalten.

Sie können bei der Auswahl der Uni natürlich Rankings heranziehen, sollten aber andere Kriterien wie persönliche Ziele, konkrete Studieninhalte, die Demografie der Teilnehmer, Betreuungsangebot, Struktur des Programms und Flexibilität im Studium sowie die Kosten für das Programm, Anfahrt und eventuelle Übernachtungen bei der Auswahl der Hochschule in Ihre Auswahl einbeziehen.

Mehr zu MBA- Rankings finden Sie auch in unserer Kategorie „MBA Ranking“.

Fazit

  • Ein Executive MBA ist eine Sonderform des berufsbegleitenden Studiums.
  • Er wendet sich an Kandidaten, die erhebliche Berufserfahrung von mindestens sieben Jahren haben und älter sind als solche in normalen MBA- Programmen.
  • Meist haben die Teilnehmer darüber hinaus leitende Positionen inne.
  • Auch inhaltlich sind die Programme auf Executives zugeschnitten und betonen interkulturelle Bildung, die Erweiterung der beruflichen Perspektiven und individuelle Betreuung in kleinen Gruppen. Auch dem Netzwerken kommt ein hoher Stellenwert zu.
  • Da ein berufsbegleitendes Studium gerade für leitende Angestellte eine große Herausforderung darstellt, sollte ein solches Vorhaben auf jeden Fall vom Arbeitgeber unterstützt werden.
  • Aber auch mit der Unterstützung sollte man den zeitliche Aufwand und die Einschränkungen von Freizeit und Sozialleben nicht unterschätzen.
  • Bei der Auswahl der Programme ist allerdings Vorsicht geboten. Zwar können Rankings eine Hilfestellung leisten, aber viele Programme sind nicht in den Ranglisten aufgeführt.
  • Auf dem Markt tummeln sich auch Anbieter, die EMBA-Programme anbieten, für die kaum Berufserfahrung benötigt wird und die als Synonym für Teilzeitstudiengänge benutzt werden.
  • Diese Programme sind nicht auf die Bedürfnisse von Executives ausgerichtet.
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