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Samstag, 15 April, 2017

Die Financial Times hat in der vergangenen Woche berichtet, dass die Nachfrage nach MBA-Programmen stark nachlässt. In den USA haben über 50% aller Universitäten mit MBA-Programm einen Rückgang an Bewerbungen gemeldet. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Und es gibt weiterhin Hoffnung für den MBA!

1. Flache Hierarchien

Viele Firmen haben immer flachere Hierarchien. Das ist gut für Angestellte, denn sie haben viel Eigenverantwortung und Mitspracherecht. Keiner kann sich vor der Arbeit drücken, indem er „den Chef raushängen lässt“. Aber es ist schlecht für Management-Programme, weil weniger Manager benötigt werden. Diese Firmen sind deshalb auch nicht bereit, ihren Angestellten einen teuren MBA zu finanzieren- und die Statistiken zeigen auch, dass nicht nur die Zahl der Bewerber zurückgegangen ist, sondern auch die Zahl der von Firmen finanzierten Bewerber.

2. Die Wirtschaft in den USA läuft gut

Kurz nach Beginn der Finanzkrise ist in den USA die Zahl der Bewerber für MBA-Programme schlagartig nach oben geschnellt. Kein Wunder: viele junge Leute haben ihre Jobs verloren und benötigten eine Alternative. Und Firmen wollten talentierte Mitarbeiter halten, hatten aber kaum noch Aufträge. Also bewarben sich mehr Leute um Fortbildungen und der MBA ist eine der beliebtesten Fortbildungsmaßnahmen

3. Junge Talente machen sich selbstständig

Früher wollten junge Talente in die Führungsetagen der großen Firmen. Eine Managementausbildung war da das beste Sprungbrett. Heute machen sich viele junge Leute lieber selbstständig, setzen ihre eigenen Ideen um und gründen Firmen. Diese Kleinbetriebe und Startups benötigen zunächst keine Manager oder können sich MBA-Ausbildungen nicht leisten.

4. Investment-Banking läuft nicht (wirklich) gut

Klassischerweise sind MBAs nach dem Studium im Consulting oder Investmentbanking untergekommen. Doch auch wenn die Wirtschaft in den USA brummt: die Investmentbanking-Branche hat währen der Finanzkrise heftig Hiebe eingesteckt und ist jetzt deutlich kleiner und schlanker aufgestellt. Damit brechen aber auch Arbeitsplätze weg, in denen MBAs kurz nach dem Abschluss bereits hohe Summen verdient haben und so die hohen Studiengebühren und Kredite abzahlen konnten. Ohne diese Aussichten auf gute Jobs riskieren weniger den Schritt in ein Studium. Obendrein kämpfen beide Branchen mit Imageproblemen, so dass es derzeit wenig erstrebenswert ist, ein MBA-Programm zu absolvieren, um danach einen Karrierewechsel in eine der beiden Branchen zu schaffen.

5. EU-Programme boomen

Dass MBA-Programme weniger Bewerber haben, ist nur halb richtig. In den USA ist die Zahl der Bewerber zwar zurückgegangen, aber in Europa boomt der MBA nach wie vor. Der Grund ist einfach: auch wenn die USA weiterhin Vorbildcharakter hat, was die Management-Ausbildung angeht, dauern die meisten Programme dort zwei Jahre. In Europa hat sich dagegen der einjährige Vollzeit-MBA durchgesetzt, der mittlerweile als gleichwertig gut gilt. Viele Bewerber möchten daher lieber in Europa studieren, um schneller fertig zu werden und weniger Zeit (und Kosten) zu benötigen.