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Karriere & Studium
Karriere & Studium (© Yuri Arcurs)

"Credit Points" (CP) oder "Leistungspunkte" (LP) sind Leistungsnachweise, die im Rahmen des Bologna Prozesses eine einheitlichere Beurteilung studentischer Leistungen über den nationalen Rahmen hinaus gewährleisten sollen.

Arbeitsaufwand

Anders als viele glauben, haben Credit Points nichts mit Noten zu tun. Sie werden unabhängig davon gesammelt und stehen für den Arbeitsaufwand (Workload), den eine Studieneinheit mit Vor- und Nachbereitung erfordert.

Bologna Prozess

Credit Points wurden im Rahmen des Bologna- Prozesses für die Bachelor- und Master-Studiengänge in Deutschland eingeführt. Sie messen den Arbeitsaufwand, den man an der Hochschule, aber auch für die Vor- und Nachbereitung eines Themas benötigt. So bekommt man pro erfolgreich absolvierten Modul nicht nur eine Note, sondern auch eine bestimmte Zahl von Credit Points.

Arbeitsstunden

Ein Credit Point (CP) oder Leistungspunkt (LP) soll laut Hochschulrektorenkonferenz 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand entsprechen. Die Menge der CPs, die pro Modul vergeben werden, ist je nach Zahl der Veranstaltungen, Lernstoff und Lektüreumfang ganz unterschiedlich – mal gibt es nur ein paar, mal sogar bis zu 15 für ein einzelnes Modul; mal erhält man Credit Points allein für die Teilnahme, mal müssen bestimmte Leistungen wie eine Hausarbeit erbracht werden.

Pro Semester sammelt man rund 30 Credit Points – bei einem sechssemestrigen Bachelor macht das insgesamt 180. Dahinter stecken 900 Stunden Arbeit pro Semester und 5400 Stunden bis zum Abschluss.

Darüber hinaus werden wie in der Schule auch im Studium die Leistungen bewertet – je nach Fach und Thema in

  • Klausuren,
  • Seminararbeiten,
  • schriftliche Prüfungen,
  • mündliche Prüfungen und in
  • Projektarbeiten.

Es werden Noten zwischen 1 und 5 vergeben; alles, was schlechter als 4,0 ist, gilt als nicht bestanden. Die Ergebnisse aus sämtlichen Modulen und der Bachelorarbeit werden zu einer Gesamtnote verrechnet, die später auf dem Abschlusszeugnis steht.

Gewichtung

Die Noten werden entsprechend dem Workload eines Moduls gewichtet, die in einem Modul mit vielen Credit Points wiegen also schwerer. Neben der absoluten Note gibt es eine relative Notenskala von A bis E nach ECTS, dem European Credit Transfer and Accumulation System. Ein A bekommen nur die besten zehn Prozent der Studenten, ein E die schwächsten zehn Prozent.

Vereinheitlichung

Der Sinn der Credit Points liegt, neben der Messung des Arbeitsaufwandes, in der Vereinheitlichung der Studienleistungen in ganz Europa.

So basiert das Credit Point System auf dem European Credit Transfer System (ECTS), das die Leistungen der Studierenden im gesamten europäischen Hochschulraum vergleichbar machen soll.

Wer ein Auslandssemester absolviert hat, hatte bisher immer wieder Probleme bei der Anerkennung der Leistungen im Heimatland. Dieses Problem soll nun durch die Anrechnung von Credit Points gelöst werden.

Tipp der Redaktion

Ein Nichtbestehen des Modul im Studiengang führt nach den Kriterien des European Credit Transfer System auch zur Nichtvergabe von Leistungspunkten. Studienabbrecher können sich mittels der durch diese Leistungspunkte dokumentierten Aktivitäten besser bei Unternehmen bewerben, akademische Leistung geht also auch bei Studienabbruch nicht völlig verloren.

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