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Die Fachoberschule (FOS) ist eine Schulform, die in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland nach der 12. Klasse mit der Fachhochschulreife und bei Einrichtung einer 13. Klasse mit der fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife (Abitur) abschließt.

Die Fachoberschule ist in berufliche Fachrichtungen ausgerichtet und zählt deswegen zu den berufsbildenden Schulen.

Zugangsvoraussetzung zum Studium

Der Abschluss einer Fachoberschule der Klasse 12 berechtigt zur Aufnahme des Studiums jeder Fachrichtung an einer Fachhochschule sowie, abhängig vom Bundesland, zur Aufnahme eines Bachelor-Studiums an einer Universität.

Der weiterführende Abschluss der Klasse 13 an einer Fachoberschule berechtigt außerdem für sämtliche oder bestimmte Universitätsstudiengänge.

Jahrgangsstufen

Die Fachoberschule besteht in der Regel aus den Jahrgangsstufen 11 und 12. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bayern (seit dem Schuljahr 2004/2005) sowie in Berlin (seit 2010/2011 in Form eines Pilotprojekts an zwei Schulen) besteht auch eine 13. Jahrgangsstufe der Fachoberschule, die mit der fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife (Abitur) abschließt.

Fachrichtungen

Je nach Bundesland werden unterschiedliche Fachrichtungen angeboten. In Baden-Württemberg existiert die Schulform Fachoberschule nicht; stattdessen werden verschiedene Schulformen des Berufskollegs angeboten, die ebenfalls zur Fachhochschulreife führen, zum Beispiel das Berufskolleg zum Erwerb der Fachhochschulreife (BKFH).

Die allgemeine Hochschulreife kann man in Baden-Württemberg - neben dem Besuch eines Allgemein Bildenden Gymnasiums - durch den Besuch eines Beruflichen Gymnasiums oder bei abgeschlossener Berufsausbildung durch Besuch einer Berufsoberschule erlangen.

Zugangsvoraussetzungen

Voraussetzung zum Besuch der 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule ist die mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss (M-10-Abschluss; Wirtschaftsabschluss; Realschulabschluss/Fachoberschulreife). Viele Bundesländer fordern einen Notendurchschnitt von mindestens 3,5 in Mathematik, Deutsch und Englisch.

Je nach Bundesland kann die Fachoberschule mit einer fachrichtungsbezogenen abgeschlossenen Berufsausbildung auf ein Jahr (Klasse 12) bis zur Fachhochschulreife bzw. auf zwei Jahre (12. und 13. Klasse in Nordrhein-Westfalen/Bayern) bis zur Hochschulreife verkürzt werden.

Strukturierung

Die 11. Jahrgangsstufe besteht in der Regel zumindest zur Hälfte aus einem Praktikum. Passend zur Fachrichtung kann dieses Praktikum in betrieblichen oder schulischen Werkstätten oder auch in behördlichen Dienststellen absolviert werden.

Die 12. Jahrgangsstufe wird (im Gegensatz zum Gymnasium) ausschließlich als Schulunterricht im Klassenverband durchgeführt.

Die Reifeprüfung besteht in der Regel aus einer Prüfung in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und dem Unterrichtsschwerpunkt der jeweiligen Fachrichtung.

In einigen Bundesländern kann der Schüler anstelle der vierten Prüfung auch ein entsprechend umfangreiches Projekt realisieren, beispielsweise als schriftliche Projektarbeit mit Präsentation und mündlicher Prüfung (Kolloquium).

Abschluss

Die Klasse 12 der Fachoberschule wird mit dem Zeugnis der (allgemeinen) Fachhochschulreife abgeschlossen und berechtigt zum Studium aller Fachrichtungen an einer Fachhochschule (FH), manchmal zu einem Universitätsstudium.

Ein mindestens sechswöchiges Praktikum oder eine Berufsausbildung in einem anderen Fachbereich erlaubt es dem Absolventen mit einer Fachhochschulreife ein Studium in einer anderen Fachrichtung einzuschlagen.

Manche Fachhochschulen verlangen jedoch nicht unbedingt ein Praktikum, hier genügt der schulische Teil, wie man ihn auch an einem allgemeinbildenden Gymnasium nach Bestehen der Stufe 11(G8) bzw. 12(G9) erhält. Allerdings gibt es die Möglichkeit, nach dem Studium an einer Fachhochschule an eine Universität zu wechseln.

In einigen Bundesländern kann dieser Wechsel auch mit dem bestandenen Grundstudium der Fachhochschule erfolgen. In diesem Falle wird zusätzlich eine fachgebundene Hochschulreife erworben.

Der Abschluss der Fachhochschulreife nach Klasse 12 der FOS/BOS wird umgangssprachlich auch als Fachabitur bezeichnet.

Der Abschluss der 13. Klasse vermittelt in Zusammenhang mit einer zweiten Fremdsprache die allgemeine Hochschulreife (Abitur), die zum Studium an allen deutschen Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen) berechtigt.

Tipp der Redaktion

Der Abschluss der 13. Klasse vermittelt in Zusammenhang mit einer zweiten Fremdsprache die allgemeine Hochschulreife (Abitur), die zum Studium an allen deutschen Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen) berechtigt. Ohne die zweite Fremdsprache (in der Regel Französisch, Latein, Italienisch oder Spanisch, in Einzelfällen auch andere Sprachen wie Polnisch, Arabisch) erhält der Absolvent der FOS 13 die fachgebundene Hochschulreife, die zum Studium an Universitäten ausschließlich in der Fachrichtung der Fachoberschule (Technik, Wirtschaft etc.) berechtigt.

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